#21-30 von #30thinxilove, ein Abschluss und ein paar Erkenntnisse

30_Sammelsurium

Da dreht man sich einmal kurz um und Schwupps – der November ist aus. Ende. Vorbei.
Hätte ich nicht 30 Skizzen vor mir liegen, würde ich mich auf die Suche nach den verloren geglaubten Tagen machen. So aber seh ichs bunt auf weiß: die #30SkizzenImNovember, die Zeichen-Challenge der Freiraumfrau ist vorbei. An manchen Tagen habe ich geschummelt, mal ausgesetzt (besser: aussetzen müssen) und dann wieder an einem Tag mehrere Skizzen nachgeholt. Aber es bleibt gleich: 30 Tage hats gedauert, 30 Skizzen sind entstanden.

30 Tage, 30 Skizzen, 30 Dinge, die ich liebe

Ich gestehe: Anfangs war das Aufhören-wollen schöner, als das Weitermachen. Dieses Jahr ist für mich ein wenig sehr herausfordernd und der November war noch nie meine kraftvollste Zeit. Da kommt immer ziemlich viel zusammen, heuer besonders. Die Kraftreserven stehen auch schon auf Jahresschluss, da lässt sich die Motivation gerne vom Schweinehund fressen. Aber ich bin stolz und richtig happy, dass ich dann doch dran geblieben bin und – HURRA – es schlussendlich auch wirklich 30 Skizzen geworden sind.

Was ich nicht geschafft habe: jeder Skizze einen Blogbeitrag zu geben. Auch als ich dann vier auf einen Streich zusammen gefasst habe, hab ich im Endspurt schlussendlich blogtechnisch w/o gegeben und beschlossen, mich auf das Zeichnen, den Alltag, das Leben und die daraus resultierenden Aufgaben zu konzentrieren. Das war in Summe dann teilweise schon fast zuviel.

Neben den 30 Skizzen ist auf meinem kULT.kRAFT.pLATZ-Blog parallel ein Beitrag für die Blogaktion im Totenhemd-Blog entstanden – auch der mit Zeichnung: TotenTratsch.

Zwischendurch war ich dann auch auf meinen jährlichen Herbst-Retreat, wieder im mystischen Eggenburg. Bin auf der alten Stadtmauer spazieren gegangen, habe alte Kultplätze neu entdeckt, die Kogelsteine besucht und meinen Frieden bei der herrlich magischen Feenhaube gefunden. Das alles offline und auch das Zeichnen hatte Pause.

Die solcherart geschwänzten Tage habe ich skizzenmäßig brav nachgeholt. Das war, als mich dann doch noch ein gewisser Ehrgeiz gepackt hat und ich diese Challenge einfach nur für mich schaffen wollte.

Eine Form der Zwischendurch-Motivation bestand nach einem Durchhänger zu Beginn unter anderem darin, dass ich mir ein neues Zeichenprogramm heruntergeladen habe – und auch gleich einen neuen Zeichenstift für mein iPad. Bei solchen Dingen steh ich anfangs dann immer wie die Kuh vorm neuen Tor – keine Ahnung was wo ist, alles noch nie gesehen, null Ahnung wie tun, erstmal alle Knöpfe auf einmal durchprobieren, laut fluchen und dann, irgendwann, irgendwie einen roten Faden finden. Ich hasse das, aber es hält das Denken flexibel. Ich brauch das immer wieder, damit ich nicht zu sehr in meinem Tunnelblick versumpfe.

Als ich mir das Thema #30thinxilove ausgesucht habe, war der Grund anfangs, dass ich auch hier einen roten Faden habe, an dem ich mich an inspirationsarmen Tagen aus dem Keine-Ahnung-was-zeichnen-Loch ziehen kann. Im Verlauf ist mir dann aber bei jedem Stück erst so intensiv bewusst geworden, wie sehr ich diesem besonderen Teil ehrlich dankbar bin für die Begleitung und dass es mein Dasein schöner, praktischer, bunter, angenehmer gestaltet hat. Man vergisst ja schon viel zu oft sich bei den Menschen zu bedanken, die man liebt und die einem immer wieder helfen. Aber wer denkt schon an die vielen Dinge, die man mag und an die man sich so gewöhnt hat, dass man sie erst wieder bewusst wahrnimmt, wenn sie kaputt oder nicht mehr da sind?

Hinzu kamen Erinnerungen, wie diese Dinge in mein Leben gekommen sind, wer dabei was damit zu tun hatte, wo sie vorher waren, was sie mit mir schon alles erlebt haben … es war eine Reise durch mein Leben. Das klingt nun schrecklich pathetisch, ich weiß. Ist aber so und das bisschen Kitsch muss dann und wann sein.
Mir hat diese Reise gut getan, auch wenn sie zwischendurch anstrengend war, wie richtige Reisen ja auch. Zum aktuellen Zeitpunkt war es, rückblickend, genau das, was ich in diesem November gebraucht habe.

Und dafür möchte ich der wunderbaren Angelika Bungert-Stüttgen ganz herzlich DANKE sagen:

„Deine Motivation und diese kraftvolle Herzlichkeit, mit der du ruhig und sanft, aber dennoch stark und sehr intensiv Freiräume schaffst, ist eine so wunderbare Qualität – Danke für diese Challenge, dein Tun, deine Inspirationen und diese feine Begleitung! Ich freu mich auf die nächste Reise.“

Und hier nun die Skizzen #21 bis #30:

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 21 – Hanftaschenrucksack

Noch eine Tasche! Aber ich versprech: die letzte 😉
Doch die ist einfach grenzgenial! Weil: nicht nur eine Tasche, sondern auch zugleich ein praktischer, kleiner Rucksack UND ein Raumwunder!
Ich bin ja der Meinung, dass in einer wahrlich guten Tasche ein schwarzes Loch ist, wo alles reinpasst, was man braucht, und von außen sieht man es nicht. Dieses Wunderding hier ist so: es passt alles rein und wenn unterwegs was dazukommt, dann schluckt sie das auch noch. RESTLOS. Im Gegensatz zu den kosmischen schwarzen Löchern spuckt es das dann aber auch auf Verlangen wieder aus. Ein evolutionärer Vorteil.
Ursprünglich war ich dem Taschenraumwunder gegenüber sehr skeptisch eingestellt, weil sie mir eben zu klein vorkam für den Ballast, den ich immer mit mir rumtrage. 22 cm breit, 24 hoch und nur 5 tief – damit ist sie einer der Zwerge in meiner großen Taschensammlung. Ich hab mich dann doch zu ihr verführen lassen und es nie bereut. Denn gerade die Rucksack-Version ist soooo super. An den Henkeln kann man auch Tücher und Schals befestigen. Das peppt und man hat was Warmes mit, wenns notwendig ist.
Rein optisch passt sie sich auch allem an – ist aus schlammfarbenem Hanf … das beruhigt zusätzlich 😉
Und in müden Zeiten kann sie zusätzlich als kleiner Kopfpolster dienen.

21_Hanftaschenrucksack

„Hipp Hipp Hurreij – du wunderbares Raumwunder mit der sanften, chilligen Aussenhaut! Ich bereue es kein bisschen, dass ich dich damals im fernen Waldviertel gefunden und mit mir heimgenommen habe. Bitte bleib mir noch lang, lang, lang erhalten und begleite mich auch weiterhin so unauffällig!“

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 22 – Danke, mir gehts gut und so.

Ich weiß, Buttons sind so 80er. Aber ich liebe sie nach wie vor und habe eine meiner Jacken zum Button-Botschafter auserkoren. Der wichtigste und meistgeliebte ist eben dieser welcher, auf dem kreisrund draufsteht: Danke, mir gehts gut. Gefunden hab ich ihn bei der Göttin des Glücks.
Ich mag besonders, wenn ich sehe, wie die Leute ihn lesen: Ein Begrüßungslächeln, ein leicht verwirrter, dann doch konzentrierter Blick, der Kopf wandert im Kreis von der linken zur rechten Schulter … und nach 1-2 Sekunden sieht man dann die Erkenntnis im Auge des Betrachtes aufleuchten. Macht mir immer wieder gute Laune und meine Gesprächsgegenübers haben was für ihre Nackenmuskeln getan 🙂
Die andere beiden Buttons sind dann mehr so die Insider und sehr klein geschrieben. Hab sie auch hauptsächlich als geistige Note to myself 😉

22_Dankemirgehtsgut

„Danke, du Nackenmuskeltrainer, mir gehts genial gut mit dir! Und wenn ich das fallweise anders sehe oder spüre, schau ich dich an, dreh den Kopf und weiß wieder, dass es mir gut geht. Merci vielmals ;-)“

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 23 – elefantöse Prager Seifenschale

Zeit für ein Geständnis: Ich mag die alten, festen Seifen. Das Seifengschloder im Flascherl gibt es bei uns zwar auch, weil es sich innerfamiliär bewährt hat. Aber ich für mich nehm die festen Dinger und hab da mittlerweile auch eine sehr feine Auswahl für alle Lebensumstände und Körperteile.
Die herrlich rote Seifenschale ist mir in Prag passiert und ihr seht selbst: ELEFANTEN! In BUNT! Das musste also so sein. Noch dazu ist sie auch sehr ausgeklügelt: Das seifige Wasser sammelt sich in der Untertasse, die man schnell entleeren kann, und die Seifen können oben gut trocknen.
Durch das Email ist sie leicht zu reinigen und – ichklopfaufholz – bis dato hat sie trotz mehrmaligem Fallenlassen noch kein Cut in der Optik.

23_Seifenschale

„Děkuji! Du herrlich rote, wunderbar elefantige Retroschale mit dem gewissen Etwas – ich liebe dich und mag dich nimmer missen. Nur du hast Verständnis für meine Seifensammlung und sorgst umsichtig dafür, dass sie sich nicht in Wasser und Gatsch auflöst. Und das Flascherl mit dem Reinigunszeug für profanere Pfoten ignorierst du nobel und stillschweigen. Danke auch dafür.“

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 24 – Sonnenschein zum Aufdrehen

Die meisten meiner Lieblingsdinge landen über Umwege bei mir. So auch dieses Teil, dass zwar mit guten Vorsätzen erworben wurde, dann aber sein Dasein als Erleuchtung in einer Garage fristete. Als bei mir dann mal wieder der November den Blues entzündete und die Nebelschwaden nicht nur draußen tief hingen, hatte der liebe Freund, bei dem die Sonne in der Garage hing, die Idee, mir die Lampe zu überantworten. Weil ich mit Sonne bei Tisch vielleicht fröhlicher wäre, als er mit selbiger beim Autoschrauben. Die Sonne wanderte also zu mir und seither erfreut sie die ganze Family an trüben, nebeltrauerverhangenen Tagen. Abgesehen davon hat sie sich auch als Nähleuchte bewährt, denn so herrlich klar sieht man nur mit ihr, wo der Faden durchs Nadelöhr soll.

Der liebe Freund hingegen hatte fortan eine stylische Werkstattlampe als Kumpel in der Garage und ist damit auf seine Weise glücklich.

24_Sonnenschein

Leeet the sunshine in … leeeeet the sunshine in … the suuuunshiiiiine iiiin!!! Yeah Yeah Yes – du bist die Sonne in meinem Dasein, speziell wenn die große sich mal wieder auf Dauerurlaub begibt und die Tage grau in grau rumhängen. Ein Knopfdruck und du hebst den Serotoninspiegel mitsamt den Mundwinkeln. Danke dir und Danke an den lieben Freund, der uns beide zusammen gebracht hat!“

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 25 – Die zauberhafte Elfenhexe

Es weihnachtelt schon sehr heftig rundum, die saisonale Deko will die Stimmung adventlich machen – ein paar Wochen lang, dann wird sie wieder verräumt. Alles, bis auf ein Teil: der Anhänger mit der zauberhaften Elfenhexe, den mir vor Jahren eine Freundin mit einem spitzbübischen Grinser verehrt hat. Sie meinte, in der Figur gewisse Ähnlichkeiten mit meiner Physiognomie gefunden zu haben. Ich hab nachgemessen: meine Nase ist nicht so groß. Keine Ahnung also, was sie da geglaubt hat zu sehen.
Aber Fakt ist auch: Ich mag diese verrückte Urschel (ich mein damit die Hexe. Meine Freundin mag ich natürlich auch, aber die ist keine Urschel und auch nicht verrückt. Glaub ich zumindest). Falls das möglich ist, hätte ich sie gerne in meinem Ahnenregister, denn so eine toughe Lady braucht jeder in seiner Verwandtschaft. Dann könnte ich sie auch fragen, wo sie den krassen Hut her hat und ob der Rock selbst genäht ist und was der Frosch um ihren Hals denn so sagt („Küss mich“ oder „Bier her“?). Ich denke, sie und ich hätten viel Spaß und könnten unzählige Geschichten erfinden und nacherleben.

25_Elfenhexe

„Habbedeere und Namaste, gnä Frau mit dem tollen Hut und dem Frosch am Hals! Ich liebe dein Smile und dein Outfit und ich gesteh, dass ich mir dann und wann schon ein wenig davon in meine private Kollektion geholt habe. Für mich bist du die beste Stylequeen, mit den chilligsten Klamotten! Du hast Stil und dazu noch ein umwerfendes Lächeln. Aber mit der Nase ist das ja eh völlig klar.“

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 26 – Tantchens Hängelampe

Meine Großtante Lintschi habe ich ja schon mehrfach erwähnt. Sie hat mir nicht nur viele ungesagte Weisheiten hinterlassen, sondern auch ein paar ihrer Möbel und Dekorationsteile. Ein ganz besonders Ding hängt über unserem Esstisch: Die gläserne Pendelleuchte aus ihrer Küche.

Zu der gibt es eine recht nette Familiengeschichte: Mein Mann und ich, damals noch unverheiratet, besuchten meine Tante – ich wollte ihr meinen Freund vorstellen. Der Besuch war also doch eher offizell, der Apfelstrudel geordert und wir klopften pünktlich an die Tür. Die Hände wurden geschüttelt, die Namen genannt, es ging in die Küche zum Strudel mampfen und da sah mein Mann die Lampe. „Jö, eine Pendelleuchte mit Zug – geht die bis zum Boden?“ Keine Ahnung warum er das dann tat, was er tat und er selbst wusste danach auch nicht mehr warum. Ohne auf eine Antwort zu warten, zog er mit einem neugierigen Blick die Lampe von der Decke. Tantchens Plafond war ein hoher. Sie wohnte in einer Altbauwohnung. Zwar nur Zimmer-Küche-Vorraum, mit Blick auf zwei Lichthöfe. Aber die Decke war extrem hoch, wie früher üblich.
Die Lampe hing da nun sicher schon 40 Jahre unverändert an ihrem Platz. Nie war jemand auf die Idee gekommen, sie anders zu hängen. Weder höher, noch tiefer.
Das Kabel war entsprechend steif – aber als mein Mann daran zog, hat es sich dann doch bewegt. Hinunter. Und ja, sie ging bis zum Boden. Aber nicht mehr retour. Denn das steife Kabel hatte sich aus Protest über die investigative Handlung aus dem Pendel ausgehängt. 5 Meter weiter oben.

Meine Tante, ich und mein Mann starrten stumm auf die Lampe, blickten zum Plafond und dann einander an. Ich entsetzt, mein Mann in plötzlicher Erkenntnis leicht panisch und meine Tante – nun, den Gesichtsausdruck zu deuten ist auch heute noch schwer, aber es war eine Mischung aus innerem Kopfschütteln, nachsichtigem Grinsen und leichter Resignation. „Gengans obe zum Hausmasta und hoins eana a Latta.“ („Gehen sie hinunter zum Hausbesorger und holen Sie sich eine Leiter.„) Mehr brauchte es nicht. Mein Mann rannte um die Leiter, meine Tante und ich blickten ihm still nach, dann drehte wir uns unisono um und nahmen den Apfelstrudel in Angriff. Die Lampe hing derweil 5 cm über dem Fußboden und grinste hämisch.

Das Malheur war schnell bereinigt, die Lampe hing rasch wieder an ihrem angestammten Platz und ein paar Minuten später hatten der Apfelstrudel und Tantchens Milchkaffee die Stimmung rundum besänftigt. Hängen geblieben ist nichts, also rein zwischenmenschlich. Meine Tante mochte meinen Mann sehr und hat ihm die Aktion nie nachgetragen. Ihre Lampe ist nach ihrem Tod zu uns gewandert und erinnert uns immer wieder an diesen Tag, mit einem Schmunzeln, und fallweise testen wir, ob sie auch bei uns bis zum Boden geht. Und wieder retour.

26_Haengelampe

„Klein, fein und mit einem wunderbaren Schein sorgst du tagein, tagaus seit vielen, vielen Jahre für gute Stimmung bei Tisch – Danke dir! Und Danke, liebe Tante, für diesen Tag, deinen Apfelstrudel und das gemeinsame Lachen, dass uns bis heute begleitet.“

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 27 – Relax in Bunt

Dieses Teil habe ich während einer Reha in Aflenz, beim Trödler gefunden. Damals war es noch grausgrasgrün und stand eher unentspannt in einer Ecke. Ein Euro fünfzig später ging es mit mir mit und in weiterer Folge dann in die Kreativtherapie. Dort wurde mehrmals wöchentlich gemalt, gezeichnet, gekleckert, getöpfert. Grausgrasgrün ist eine sehr unschmucke Farbe, davon wollt ich das Ding erlösen. Bunt steht jedem gut und Entspannung darf ruhig sehr bunt sein. Mit Acryl und Lack und viel Gekleckere ist dann ein sehr individuelles und wahrlich einzigartiges Entspannungserinnerungsstück entstanden.

Auf meinem Kasten oben steht es nun deutlich gechillter und begrüßt mich täglich mich einer fröhlichen Erinnerung an die wirklich wichtigen Dinge des Lebens – Relax!

27_Relax

„Chillax! Und Danke, dass du mich daran immer wieder so bunt erinnerst. Mehr muss man nicht sagen – Entspannung pur ;-)“

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 28 – Cooler Soundknochen

Ich liebe mein iPhone, aber wenns darum geht, laut Musik zu hören, verwandelt es sich in eine unmusikalische Blechtrommel. Mein Lieblingssohn hatte dann irgendwann mal genug davon, seiner grantelnden Mutter beim Meckern über das Gescheppere zuzuhören, und überließ mir seinen stylischen Lautsprecher. Seither swingt und rockt und jammed und musiziert es endlich stilvoll und cool in einem.
Das gute Stück ist noch dazu multitransportabel – weil leicht und robust, man könnte es sogar auf dem Fahrrad montieren (so ich eines hätte). Die Ladedauer ist gefühlt endlos und ich kann meine Musik endlich laut und mit satten Tönen hören.
YEAH!

28_Lautsprecher

„Was geht ab? Du krasser Knochen – i kleiner-drei you! …und damit genug mit dem peinlichen Versuch in Jugendslang zu parlieren 😉 Das schöne an dir ist ja, dass du mir nicht nur meine Mucke 1A vorspielst, sondern zusätzlich kein Wort über meinen Musikgeschmack verlierst. Danke! DAS allein ist schon eine Liebeserklärung wert.“

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 29 – Kein Sessel, mein Thron

Auch wenn es auf den ersten Blick wie ein Sessel (oder Stuhl … was isn da eigentlich der Unterschied?) aussieht – das ist in Wahrheit mein Thron.

Das gute Stück ist echte Vorkriegsware, also einiges älter als ich, und ein weiteres tolles Teil aus dem Fundus meiner lieben Großtante Lintschi. Das war einer ihrer Küchensessel. Auf diesem oder jenem bin ich als Kind und Jugendliche des öfteren gesessen, in div. emotionalen Aggregatszuständen. Lachend, weinen, heulend, schweigend, redend … und habe meiner Tante beim Strudelbacken, Suppe kochen, Nähen oder weisen Rat erteilen zugesehen.

Nun stehen die beiden alten, ehrwürdigen Sessel bei mir. Die Auflage mit der lächelnden Sonne hat mir meine wunderbare Schwiegermutter genäht. Die Wand dahinter und der Boden sind ein Vorgriff auf nächstes Jahr (da wird das Wohnzimmer renoviert und ich will diese Farben an Wand und Boden haben. Jawoll!)

Auf diesem guten Stuhl hab ich in den letzen 20 Jahren einiges erlebt, geschrieben, gezeichnet … unzählige Frühstücke, Mittagessen und andere Mahlzeiten getätigt … mit Familie und Freunde geredet, gelacht, geweint, geschwiegen … gelebt eben. Er hat alles ausgehalten und mich ohne Murren ertragen.

Das Ding ist so stabil, dass es auch rasch mal als kleiner Leiterersatz dient, beim Glühbirnen wechseln und so. Nebenbei hat es eine ungezählte Anzahl an weit weniger robusten Sesseln vom Möbelschweden überlebt. Auf Flohmärkten und im Antiquariat hab ich über die Jahre ein paar würdige Gefährten gefunden, die stehen in direkter Nachbarschaft und sorgen für bequeme Gemütlichkeit bei Tisch.

Frisch lackiert habe ich bisher keinen einzigen. Auch der Shabby-Schick meines Sonnenthrones ist noch original so, wie in Tantchens alter Zauberküche. Und lacht mich ruhig aus, aber das tröstet dann und wann sehr. Nicht so sehr wie ihr genialer Apfelstrudel oder die heilsame Gemüsesuppe. Aber ein bisschen und das reicht fallweise.

29_Sessel

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 30 – Sammelsurium der Herzlichkeiten

Als letzte meiner Skizze folgt ein Querschnitt ins Sammelsurium der restlichen Wunderlichkeiten, die ich nimmer missen mag – weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte und da noch sooo viele Dinge sind, die ich liebe und vor den Vorhang holen wollte:

  • Die Willendorferin auf ihrem Sockel
    Wird auch gerne als Venus von und zu Willendorf bezeichenet. Weil irgendwie alle alten Figurinen als Venusse betitelt werden. Doch die römische Aphrodite kam viel später und wer weiß wirklich, was oder wen die üppige Mamsell darstellen sollte. Meine habe ich von meiner Schwiegermutter geschenkt bekommen. Die üppige Figur der kleinen Lady und ihr gesichtsloses Grinsen erinnern mich immer wieder daran, dass wir zwar glauben viel über unsere Vorfahren zu wissen. Aber in Wahrheit keine Ahnung haben. Und das ist auf eine gewisse Weise schön.
  • Die schon reichlich ramponierte, alte CornFlakes Blechdose
    Ich glaube, man brauchte drei CornFlakes-Packungen, die musste man einsenden und dann hat man dieses Dose zugeschickt bekommen. Ist schon gut 30 Jahre her und mittlerweile hat die Blechbüxe einige hundert CornFlakes Packungen in sich aufgenommen und wieder hergegeben. Seit einiger Zeit ist sie in Pension und blick uns gütig von oben am Regal zu. Über die Jahre hinweg hat es immer wieder Angebote gegeben für sie – aber die bleibt bei uns, die geben wir nimmer her! Ist ein liebgewonnenes Stück Frühstücksgeschichte
  • Die marokkanische Bodenvase meiner Oma
    Ich war als Kind mit meinen Eltern ein paar Mal in Marokko. Das war noch vor All-inklusive Ressorts und damals ein echtes Erlebnis. Auf einem der Suks haben wir Mitbringsel eingekauft. Weil das aber mehr war, als der Koffer packen konnte, wurden die dann per Spedition nachgeliefert. Die gut ein Meter hohe Bodenvase war ein Geschenk an meine Großmutter, bei der sie an gut sichtbarer Stelle in der Küche, gleich neben dem Ofen stand. Von dort ist sie vor ein paar Jahren zu mir gewandert und erinnert mich nicht nur an die marokkanischen Urlaube, sondern auch an die Gespräch und Erlebnisse mit meiner Oma, ein Original und eins meiner großen, weiblichen Vorbilder.
  • Die weise Zwinkereule und einer meiner Lesetürme
    Die strubbelige Eule war ein Geschenk und sie sitzt auf einem meiner Leseturm Regale. Das ist übrigens der kleinste Leseturm. Gefunden habe ich diese genialen Regale bei GEA. Ist mal was anderes an der Wand und meine Bücher lieben diese Form der Aufbewahrung. Mit der weisen Eule oben drauf wird auch optisch ein Hort des Wissens draus.
  • Herr Bär und die Maus Hartmann
    Unverzichtbar für Spitalsaufenthalte und in Zeiten der Not stets zum Trösten aufgelegt! Herr Bär ist kleiner, knuffiger Stoffbär, mit eleganter Weste und Fliege. Die Maus Hartmann ist eine Plüschmaus, größer als Herr Bär und auch viel länger bei mir. Bei einem meiner ersten längeren Spitalsaufenthalte, vor gut 30 Jahren, als ich drei Wochen im Hartmann-Spital lag, hat mir mein Mann die Maus ins Krankenhaus gebracht. Daher der Name.
    Herr Bär ist mir vor ein paar Jahre zugeteilt worden und gemeinsam mit Hartmann begleitet er mich bei jedem Spitalsaufenthalt. Ohne die beiden geh ich nicht ins KH. Nicht um die Burg.
  • Mein Sonnenlicht-Glas
    Eine geniale Erfindung, funktioniert ohne Stromanschluss: tagsüber wird der Akku photovoltaisch via Sonnenlicht  befüllt wird und abends verbreitet es dann den Sonnenschein. Love it! Und nebenbei tut man da auch was Gutes. Ich habs im Weltladen gekauft, Infos über das Glas gibt es hier.
  • Mein selbstgetöpfertes Mondidol
    Die Replik eines bronze/eisenzeitlichen Feuerbocks von der Töpferwiese auf der Malleiten – hier gibts ein Bild vom Original. Ich habe zwar schon Unmengen an alten Scherben gefunden hab, aber leider noch keine 10, die zusammenpassen und noch gar keine, die von einem Mondidol stammen. Also habe ich mir eben selbst eines getöpfert.
  • Das Ameisenpärchen
    Seit Jahr und Tag versucht es, den Stein zu heben, der eigentlich gar nicht schwer ist. Gibt nicht auf und erinnert mich immer daran, dass man es nur versuchen muss – irgendwann wirds schon klappen.
  • Die nicht-verrückte Teekanne,
    Sie schaut so aus, als hätte sie in „Die Schöne und das Biest“ mitgespielt, aber in Wirklichkeit stammt sie vom Flohmarkt. Meine Lieblingstochter möchte ihr immer Augen malen – aber das konnte ich bis dato verhindern. Hier, auf der Skizze, hat sie die nun doch bekommen. In echt aber blickt sie augenlos und sehr gemütlich.

Wäre die Zeichenfläche größer gewesen, wären noch gut 15 oder mehr geliebte Dinge drauf gewandert. So aber sind diese hier auch zugleich die Repräsentanten für all die Dinge, die ich gleichfalls nimmer missen mag und die sich auch einen Platz in den #30thinxilove verdient haben.

30_Sammelsurium

„Seid umschlungen und bedankt – alle mitsammen! Ihr habt mich begleitet, getröstet, mit einem Lachen versorgt und Geschichten mit mir erlebt. Danke! Bleibt mir noch lange gewogen.!

Alle anderen Skizzen gibt es hier:

Weitere Infos rund um die #30Skizzen im November-Challenge, u.a die Beiträge der anderen Teilnehmer*innen:

Michaela Schara

Hallo! Ich bin Michaela Schara, Bloggerin & Web-Nomadin, Natur & Kraftplatz Begeisterte, Mutter & Mensch. Ich schreibe über vieles, zeichne skurille Cartoons, fotografiere was mir spannend erscheint, lebe mit Morbus Crohn und versuche mein Leben mit Sinn und Freud´ zu füllen. Manchmal gelingt mir das sogar ;-)

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