#5 – 8: Jolly Jumper, das weise Huhn, worüber-man-nicht-spricht und Tanz-mich-mal(en)

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Machmal(en) geht es gut und dann wieder hat die Zeit anderes mit einem vor. Die letzten vier Tage war maltechnisch Pause bei meinem #30ThinxiLove-bei-#30SkizzenimNovember-Programm. Das Zeichenbrett und der Stift haben Ruhe gebraucht. Ich hatte anderes zu tun und auch wenn der Wille da war, war die Muße nicht gegeben (und gezeichnete Liebeserklärungen kann man nun mal nicht zwischen Tür und Angel abhandeln!). Darum wandern heute gleich vier Skizzen auf einmal in die Weblandschaft:

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 5: Mein Auto

Ich mag meinen kleinen, feinen Modus und ich glaube, er mag mich auch. Vor vielen Jahren, als schneller Ersatz für den Vorgänger angeschafft – der spontan beschlossen hatte, sich innerlich aufzulösen (die Benzinpumpe zerbröselte … ja, traurige Sache) – ist mir mein schwarzer Flitzer schnell ans Herz gewachsen.
Angesichts des raschen Von-der-Stange-Autokaufs muss es Bestimmung gewesen sein, dass wir beide uns gefunden haben. Es passt alles und auch das, was ihm fehlt, ist gut. Mangels Anhängerkupplung kann ich leider-leider nicht mit dem Anhänger ausrücken, wenn es um größere Transporte geht. Was durchaus Vorteile hat (ich sag nur leise „delegieren“ ;). Einzig die mangelnde Sitzheizung, an die mich sein Vorgänger gewöhnt hat, hat mir anfangs gefehlt. Aber mittlerweile gehts und in kalten Zeiten hab ich ein Schaffell, das mir bei einem Bauern über den Weg gelaufen ist (ohne Inhalt, „laufen“ ist hier also rein metaphorisch gemeint).

Auf die familiäre Frage, wie der neue fahrbare Untersatz denn intern heißen solle, kam spontan „Jolly Jumper“ aus meinem Bauchhirn heraus. Wer´s nicht kennt: das ist das toughe und sehr, sehr smarte Pferd von Lucky Luke.
„Aber Jolly Jumper ist doch weiß und dein Auto ist tiefdunkelmetallicschwarz!
Das ist ihm und mir herzlich egal – Farbe ist nur ein Merkmal von vielen und, wie wir ja wissen, darf das nicht als Stigma verwendet werden.

Nun denn, ich darf euch Jolly Jumper, den schwarzen Flitzer vorstellen:

Nr5_AutoDu wunderbarer Mobilgefährte: Danke für deine Fürsorge und dass du mich immer sicher und heil ans Ziel bringst! (Und meine Eskapaden tapfer erträgst 😉
Egal obs stürmt, schneit, Schusterbuben regnet oder die Sonne aufs Dach hagelt: du fährst und ich darf sagen, wohin es gehen soll. Ich freu mich auf noch sehr viele Jahre mit dir!

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 6: Das weise Huhn

So schwarz wie mein Auto ist auch mein weises Huhn – nur glänzt das Auto und das Huhn ist tiefdunkelmatt, denn es ist eigentlich eine Tafel. Gefunden hab ichs vor Jahre bei Keine-Ahunung-Mehr-Wo und es kam mit einer kleinen Kreide an einer Schnur daher. Stand plötzlich sehr souverän und ohne Botschaft vor mir. Es hat sichtlich darauf gewartet fürs Leben beschrieben zu werden.

Ich liebe ja Zitate und Sprüche und Aphorismen und so Zeugs. Darum verschick ich auch jeden Montag nach wie vor das Zitat zum Wochenstart (Kannst du hier finden – Klick!). Mein weises Huhn ist die offline-personal-Version. Da stehen dann so Sachen drauf wie Heini Staudingers Firmengrundsätze („1. Scheiß di ned an. 2. Bitte sei ned so deppert. 3. Lass dich von der Liebe leiten„). Oder die Erinnerung daran, dass man durch einfachs Word-Switching schon das bisserl Mehr an Motivation im Tun finden kann. Oder Feedback an mein inneres Ich, wenn es gerade mal wieder an der Frage nach dem Leben, dem Sinn und überhaupt herumnagt (und die Antwort nicht 42 lautet).

Das weise, schwarze Tafelhuhn zeigt mir und allen, die es zu sehen bekommen, all das und noch viel mehr und nicht nur dafür hab ich es sehr gern:

Nr6_HuhnDu wunderbares, verrücktes Huhn: Ich danke dir, dass du mich mit dem versorgst, was fallweise aus dem Blickpunkt gleitet! Stoisch trägst du Weises, Wildes und fallweise auch sehr Blödes durch die Tage, bringst mich damit immer wieder zum Grinsen und Innehalten. Eine Extrarunde Hühnerfutter für dich! (in mentaler Form ;).

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 6: Darüber spricht man nicht …

… darum hab ich es ja auch gezeichnet.
Wobei: Ich finde es ja erzdumm und heuchlerisch, das körperliche Stoffwechselendprodukt und seine Begleitumstände zwar verbal in jeder Form zu benutzen, aber nur dann, wenn es nicht direkt mit körperlichen Stoffwechselvorgängen in Verbindung gebracht wird.
Mit anderen Worten: „Scheiße“ sagen ist ok, aber darüber zu sprechen ist pfui …? Ist doch dumm.

Aus gesundheitlichen Gründen gilt das für mich aber ohnehin nicht – siehe LieberHerrCrohn.at. Darum hat auch der heilige Thron aus der Sanitärabteilung ein selbstverständliches Dasein in meinem, unserem Leben und natürlich wird darüber auch gesprochen. Ganz besonders auch deshalb, weil ich seit ein paar Jährchen ein „japanisches Klo“ mein eigen nennen darf – zu meiner Freude und der zahlreicher anderer, hier lebender.
Das Wunder-Häusl ist mir erstmals in Japan begegnet und hat mich tief beeindruckt: Jeder Locus, egal ob im Nobelhotel oder in den U-Bahnstationen, war als Dusch-WC ausgebaut! Damit kann man nach getaner Tat wesentlich hygienischer und unendlich sanfter zur Eigen-Reinigung schreiten (per Knopfdruck). Neben verschiedenen Brausemöglickeiten, in individuell einstellbarer Intensität, gibt es auch eine Föhnfunktion. Aber das Highlight, dass so gut wie jeder liebt und anerkennend neidet, ist die beheizte Klobrille!

Sehr fein ist auch die eingebaute Geruchsneutralisation, die ausnahmslos gut funktioniert und in einem Mehrpersonen-Haushalt imho eigentlich Standard sein sollte.
Die in Japan hatten zusätzlich noch Musikbeschallung, damit man sich im Fall des Falles eine anonymisierende Geräuschkulisse verschaffen kann. Darauf haben wir bei unserem allerdings verzichtet. #AusGründen 😉

Mein Klo ist neben meinem Bett das, worauf ich mich nach jeder Reise, bei jedem Heimkommen freue. Und mittlerweile bin ich nicht die einzige hier, der es so geht.

7_wcGeliebte, unendlich oft genutzte Wundermuschel: Vielen Dank für dein vollautomatisches Luxusdasein! Ohne dich wär das crohnische Leben wesentlich mühsamer und deutlich schmerzhafter. Und wer das nicht versteht, der hat dich auch nicht verdient.

 

#30Thinxilove bei #30SkizzenImNovember
Nummer 5: Tanzen

Ich gebe zu, ich habe intensiv darüber nachgegrübelt, ob man bei einer Liste von 30 DINGEN auch Aktivitäten reinnehmen kann – weil, was man tut, ist ja streng genommen kein Ding. Einerseits.
Andererseits muss man ja nicht alles so streng sehen und wenn ich es auf „die Handlung“ bzw. „das Tun“ umlege, dann ist es ja irgendwie doch ein Ding.
Doch abgesehen davon ist es auf jedenfall mein Ding: Tanzen. Das tat und tu ich sehr, sehr gerne. Seit kurzem auch endlich wieder intensiver. Einerseits weil ich es körperlich wieder schaffe und andererseits, weil ich etwas gefunden habe, wo ich das auch auf meine Weise ausleben kann: Conscious Dance. Jeder in seinem Rhythmus und Stil, immer nach aktueller Laune, aber auf Wunsch zu einem bestimmten Thema. Ein großer Saal, fein ausgewählte Musik aus allen musikalischen Richtungen und zwei Stunden intensives, kreatives, herrlich g´spüriges Work-Out. Zum Beispiel hier (Klick!).
Das. Tut. Gut.

8_tanzen

Schwierg war dabei nur, das Ganze zeichnerisch festzuhalten. Tanzen ist nunmal nix Statisches und Selbstprotraits sind auch so eine eigene Geschichte.
Die Liebeserklärung zu diesem Ding erfolgt dafür non-verbal – mittels Musik und beim nächsten Dance-Abend 😉

Michaela Schara

Hallo! Ich bin Michaela Schara, Bloggerin & Web-Nomadin, Natur & Kraftplatz Begeisterte, Mutter & Mensch. Ich schreibe über vieles, zeichne skurille Cartoons, fotografiere was mir spannend erscheint, lebe mit Morbus Crohn und versuche mein Leben mit Sinn und Freud´ zu füllen. Manchmal gelingt mir das sogar ;-)

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