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Glorious non-fucking Fifty

Den November habe ich mir geschenkt – als ganzes, mit allen 30 Tagen. Ein Geburtsttagsgeschenk mit Therapiewirkung. Dreißig Tage um 50 Jahre zu feiern. Ich denke, dass ist ok.

Aufmerksame MitleserInnen meiner diversen Blogbeiträge quer durchs Web haben es vielleicht mitbekommen: Ich bin seit kurzem ein halbes Jahrhundert alt (siehe Löffelliste auf LieberHerrCrohn).

Und ich finde das super.
No regrets.

Um meiner Geburtstags-Tag-Paranoia eins auszuwischen, habe ich schon lang vor dem Datum eine Feier geplant. Was gut war, denn kurz davor war dann doch Muffensausen mit Frustfieber angesagt und ich hab panisch überlegt, ob ich aus dem geplanten Jubel noch irgendwie mit einer guten Ausrede rauskomme.
Geht nimmer„, haben die gesagt, die mich schon lange kennen, und dabei milde gelächelt. „Du schaffst das, alles gut.“ Na gut, dann eben Augen zu und durch, dachte ich. Und habe sicherheitshalber auf Malta, bei einer wahrlich göttlichen Reise, mit meinen wunderbaren Reisegefährtinnen schon mal vorgefeiert.

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Badesalz – flundernplatt -Lehrmeister

An Tagen, wo man vom Schmerz so niedergedrückt wird, dass man sich völlig geplättet, um nicht zu sagen: flunderflach*, fühlt, hilft eine Prise Lavendel-Badesalz. Einfach daran riechen und schon kommen aus dem Stammhirn die Sommertage in die Wahrnehmung geflogen.
Noch besser aber ist das Eintauchen in diese Lavendelsalzgeruchserinnerung: Bis zum Hals im heissen Bad versinken, Augen zu, tief einatmen, ganz langsam ausatmen und mit Glück beginnt sich der Schmerz in lavendelfarbene Sommerwolken aufzulösen.

Das Leben ist manchmal ein verbitterter Lehrmeister. Doch als die Evolution die Erinnerung erfand, hat sie uns auch die Möglichkeit geschenkt, in vergangenen Wohlgenuss neu einzutauchen.
Man nutzt diese Funktion nur leider viel zu selten.

Flunderflachsagt man hier bei uns, wenn man im Norden flundernplatt meint. Aber viel wichtiger zu wissen ist ja, dass die Flunder als Kaulquappe die Augen auf beiden Seiten des Kopfes hat und diese erst im Laufe ihrer Entwicklung zur Flachflunder auf eine Seite wandern (LINK).

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Bunker – Sommerblüten – bittersüß

„Raus, nichts wie raus hier! Ich ersticke noch in diesem Bunker!“ Ein Schrei, wütend und leicht hysterisch – aber nicht laut, nein, vollkommen tonlos, unausgesprochen, nur gedacht und in Gedanken … in sehr leisen Gedanken.

Denn schließlich weiß man ja, was sich gehört. Man rennt nicht einfach so raus aus einem Meeting, man brüllt seinen Chef nicht hysterisch an oder vergleicht den hellen, vollklimatisierten, ultramodernen Meetingraum mit einem Bunker.

Man atmet tief ein und aus, lächelt professionell und unterdrückt jeden Gedanken an Flucht, Sinn, Logik und Konsequenz dieses 08/15-Monday-Morning-Meetings, das genauso inhaltslos wie alle anderen davor verläuft. Eine Folter, mit der man die Zeit seiner Mitarbeiter tot schlägt, während draußen, im echten Leben die Sommerblumen blühen.

Idioten, lauter hirnamputierte Fachtrottel, die außer blasphemischem Bullshit nur machoiden Scheiß labbern und wirklich glauben, damit cool zu sein und ihre Position zu festigen,“ schrie sie in Gedanken.
Zeit, das zu beenden,“ dachte sie müde und erinnerte sich bittersüß, wie sehnsuchtsvoll sie sich früher gewünscht hatte, bei diesen Meetings dabei zu sein, damals, als sie nur den Kaffee servieren durfte und sofort wieder zu verschwinden hatte.

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Kellerdurchbruch – hermetisch – brandschatzen

Es bricht immer wieder durch. Da kann man noch so dicke Mauern bauen, jeden Durchgang und jede Lücke hermetisch versiegeln – es bricht immer wieder aus einem hervor und je mehr man versucht es einzusperren, umso heftiger wird es.
Da helfen keine Urschrei-Seminare, kein 1000faches Ohm, kein Wegbeten oder Ausräuchern, kein Trommeln, kein Singen, kein Tanzen oder Hare Krischna-Jodeln.

feuer4Es will raus aus seinem Verlies im Keller, mit aller Kraft, die es in sich trägt, und brandschatzen auf der leergedüngten Wiese aufgeklärter, künstlicher Gelassenheit, die wir uns gesellschaftlich haben aufdrängen lassen.

„Ich habe keine negativen Emotionen!“, schreit das, mit Gewalt oder bewusst erweiterte, Ober-Ich und meint, mit dem Negieren hat es das letzte Schlupfloch versiegelt und ab nun ist alles nur noch eitel Sonne, Wonne, Glück und Friedlichkeit.

feuer3Hämisch kichert es laut aus den unteren Tiefen des Bewusstseins und mit einem grollenden Lachen springt das Weggesperrte just dann hervor, wenn der Zeitpunkt absolut unpassend ist und man nie im Leben mit so einem Kellerdurchbruch gerechnet hätte.

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Liebesdrama auf der Pfannkuchen-Welt! #PfannkuchenArt

Während die meisten hier nur einen flachen Pfannkuchen sehen, den es zu füllen, rollen und vertilgen gilt, offenbart sich bei einem tieferen Blick eine geheimnisvolle Welt, auf der sich gerade  gehaltvolle Dramen abspielen.

Da wäre zum einen Sigbert, der Flachgrüne, der sich mit mehr Wunsch denn Tatkraft eine eigene Wolkenwelt schaffen wollte. Doch dabei kam er dem Herrn Tröger in die Quere, der als größter Wolkenherr die Mehrheit der geschmackvollen Braunblasen sein Eigen nennt. Und nebenbei eine ganz bezaubernde Tochter, Friedelunde mit Namen, hat.

Sigbert, der Flachgrüne, von der Präsenz des Herrn Tröger eingeschüchtert, senkte seinen Blick und verlor sich bis über seine grünen Grasfühler im Liebreiz Friedelundes – die ihrerseits völlig hingerissen war von dem, was sie da oben erblickte. Endlich war ein Ausweg aus des Vaters tröger Wolkenwelt in Sicht und dazu noch so ein schmucker Grünling! Das Mädchen musste sich setzen, so sehr wankten ihre Knie bei diesen wonnigen Aussichten. Was bei Sigbert wiederum Herzklopfen und entsprechende Gedankenwolken hervorrief.

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Verlustieren – Kramladen – Angst

Und dann war da noch die immer vorherrschende Angst, beim Verlustieren im Kramladen was zu finden, von dem ich gar nicht wusste, dass ich es sofort haben muss und natürlich auch u.n.b.e.d.i.n.g.t. brauche.

Was dann dazu führt, dass ich selbst einen Kramladen üppig befüllen könnte und so anderen Angst beim Verlustieren machen könnte. Sofern die überhaupt wissen, was das ist – Verlustieren.
Da steckt die LUST drin und darum gehts: Das etwas, was man tut, Lust-Spaß-Freude-Genuss bereitet, man aber nicht a priori lustig oder freudig ist, sondern zum Beispiel ohne Sinn suchen zu wollen, herumflaniert und dabei dieses gewisse Schmetterlingsgefühl im Bauchnabel spürt.
Wie das eben passieren kann, beim Rumstromern in einem vollgestopften Zeugs-Geschäft, wo vielleicht lauter Sachen zu finden sind, die nicht immer einen Sinn, aber dafür umso mehr Lustigkeit und Freude intus haben.

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