Badesalz – flundernplatt -Lehrmeister

An Tagen, wo man vom Schmerz so niedergedrückt wird, dass man sich völlig geplättet, um nicht zu sagen: flunderflach*, fühlt, hilft eine Prise Lavendel-Badesalz. Einfach daran riechen und schon kommen aus dem Stammhirn die Sommertage in die Wahrnehmung geflogen.
Noch besser aber ist das Eintauchen in diese Lavendelsalzgeruchserinnerung: Bis zum Hals im heissen Bad versinken, Augen zu, tief einatmen, ganz langsam ausatmen und mit Glück beginnt sich der Schmerz in lavendelfarbene Sommerwolken aufzulösen.

Das Leben ist manchmal ein verbitterter Lehrmeister. Doch als die Evolution die Erinnerung erfand, hat sie uns auch die Möglichkeit geschenkt, in vergangenen Wohlgenuss neu einzutauchen.
Man nutzt diese Funktion nur leider viel zu selten.

Flunderflachsagt man hier bei uns, wenn man im Norden flundernplatt meint. Aber viel wichtiger zu wissen ist ja, dass die Flunder als Kaulquappe die Augen auf beiden Seiten des Kopfes hat und diese erst im Laufe ihrer Entwicklung zur Flachflunder auf eine Seite wandern (LINK).

Diese Etüde entstand auf Basis dieser Einladung: Schreibeinladung für die Textwoche 25.17 | Wortspende von elke-boehm.de

Eine Etüde ist ein Übungs-, Vortrags-, Konzertstück, das spezielle Schwierigkeiten enthält. In diesem Fall geht es darum, mit 10 Sätzen eine Kurzgeschichte zu schreiben, die die drei vorgegebenen Wörter enthält. Weitere Schreibeinladungs-Etüden findet ihr hier.

Da ich bei der letzten Etüde um einen Satz überzogen habe, besteht diese nur aus 9 Sätzen, um das Schreibkarma auszugleichen. Ohm 🙂

Michaela Schara

Hallo! Ich bin Michaela Schara, Bloggerin & Web-Nomadin, Natur & Kraftplatz Begeisterte, Mutter & Mensch. Ich schreibe über vieles, zeichne skurille Cartoons, fotografiere was mir spannend erscheint, lebe mit Morbus Crohn und versuche mein Leben mit Sinn und Freud´ zu füllen. Manchmal gelingt mir das sogar ;-)

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ach, ja, wie recht du hast mit der Erinnerung. Und auch ja, zu selten …
    Bloß eins muss ich richtigstellen: Ich habe noch NIE gehört, dass jemand „flundernplatt“ sagt. „Platt wie eine Flunder“ ja, aber „flundernplatt“ nie. Ich habe das für eine Eigenkreation von Elke gehalten und bin jetzt also völlig überrascht, bei dir zu lesen, dass man bei euch „flundernflach“ sagt. Was für eine Entdeckung!
    Durchaus kühle Grüße aus Deutschlands Norden, hier ist es weit weg von heiß, ich bedaure das fast
    Christiane

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    • Danke für deine Bestätigung!
      Das mit dem erfundenen Wort „flundernplatt“ dachte ich mir dann auch, weil ich es beim Googeln nicht gefunden habe. Flunderflach steht zwar nicht im Duden, aber wird umgangssprachlich genutzt, sogar in Zeitungstexten und Beschreibungen. Spannend auf jeden Fall! Vielleicht schafft es Flunderplatt nun im Gespräch zu bleiben 🙂

      (Und das mit der Hitze: 38 Grad mit Tendenz zum mehr ist nach ein paar Tagen höchst unlustig … aber sommerliche Dauerkälte auch. Da hilft wohl nur: Lavendel-Badesalz 😉

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