Fünf Fragen am Fünften – März: Powidlgolatsche, Bücherliebe und sorry: keine Ahnung wohin

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Weiter gehts im Jahreskreis, der März ist da, trotz Schnee und Eis 😉
Und damit auch die nächsten fünf Fragen.

(Keine Ahnung worum es geht? Das ist eine monatliche Mitmachaktion via Luzia Pimpinella. Jeden Monat am 5. beantwortet man am 5 Fragen. Alle meine 5fa5-Beiträge gibt es hier)

1. Wenn du ein Gericht zum Essen wärst, was wärst du dann?

Eine Powidlgolatsche.
Das war das erste, was mir bei dieser Frage in den Sinn gekommen ist.
Vermutlich werden nur Österreicher verstehen, was damit gemeint ist.

Nun denn, wollen ma mal für Aufklärung sorgen:

Bei einer Powidgolatsche handelt es sich um eine sog. Mehlspeise – etwas Süßes, dass man zu jeder Tages- und Nachtzeit essen kann. Meist besteht das Äußere aus Plunderteig, der festern und auch etwas gehaltvolleren Version eines Blätterteigs.
Womit schon mal klar ist: Der Teig ist vielschichtig, hat mehrere Aussenlagen, die je nachdem knistern, dicker oder dünner sind, weich und anschmiegsam oder hart und spröde.

Das Inneren der Powidlgolatsch ist ein dunkles Geheimnis. Und wer Powidl nur als böhmische Version von Pflaumenkonfitüre definiert, hat Geschichte nicht verstanden und auch sonst überhaupt keine Ahnung, wie Powidl schmeckt. Das sind Zwetchken drin, Gewürznelken, Zimt, Rum … und abertausende Geheimnisse, die nur eine wahre behmische Kechin kennt und nie und nimmer verraten würde: Schwarz und tiefgründig, zugleich sämig und sanft, cremig und süß, zartbitter und mit exakt der richtigen Dosis aus herb und fruchtig, die so einmalig nur im Powidl zu finden ist.
Stundenlang muss das Gebräu am Herd vor sich hinsimmern und dabei permanent gerührt werden – der Powidl will immer in Bewegung und bei Laune gehalten werden! Sonst bleibt er kleben, brennt an, die Küche stinkt, der Topf ist kaputt und alles was darin ist, ist wird ungenießbar.

Für den Powdil braucht man Geduld und wer ihn zubereiten will, muss mehr vom Leben verstehen, muss mehr als nur gut kochen können, muss wissen, dass man den wahren Himmel nicht droben sucht, sondern da findet, wo man seine Füße stehen hat.

Im Powidl stecken sämtliche Küchenzauber der kuk-Zeit – er ist Magie, der Kochlöffel ist der Zauberstab und im Dunst des Gebräus wird die Wand zwischen den Welten dünn. Beim Rühren lernt man Geduld und wird mit tiefen Einblicken belohnt.
Ein Löffel davon erdet, man ist wieder am Boden der Tatsachen und zugleich im Himmel des Glücks – richtig guter Powidl schafft diesen Spagat mit links. Er kann traurigen Seelenkummer heilen, den Körper mit Endorphinen aufladen, satt machen und mit seinem einzigartigen Aroma mehr sagen, als ein 10 bändiges Poesiealbum.

Aber leider gibts guten, so richtig echten Powidl nur noch selten. Darum sind auch die guten, so richtig echten Powdilgolatschen selten geworden und fast schon vom Aussterben bedroht.
Aber dann und wann trifft der richtige, gute Plunderteig auf den guten und richtigen Powidl und wenn dann noch eine wahrhaft göttliche Köchin die beiden verbindet, dann entsteht dieses besondere, einzigartige Kunstwerk namens Powidlgolatsche.

Mit Staubzucker bestäubt, mit viel echter Butter im Laib, in der Ofenglut zur Perfektion gebacken und mit mehr Kalorien intus, als man zum Besteigen des Mount Everest braucht.

Wenn es jemals möglich sein sollte, dass man als Nahrung reinkarniert, dann will ich im nächsten Leben eine Powidlgolatsche sein.

2. Welches Buch oder welche Bücher liebst du so sehr, dass die es / sie mehr als einmal gelesen hast?

Den gesamten Herrn der Ringe, sämtliche Bände von Harry Potter (auf deutsch und englisch – sehr spannend, wie unterschiedlich die Inhalte da rüberkommen!), die griechischen und römischen Götter- und Heldensagen, div. Bände von Marion Zimmer-Bradley und natürlich immer wieder alles von Terry Pratschett.
Außerdem noch den einen oder anderen Donna Leon Krimi und selbstverständlich alles von Isabelle Allende … sowie die Tante Jolesch von Friedrich Torbert … uvm.
Und das eine oder andere Kochbuch 😉

3. Entschuldigst du dich zu oft?

Sorry: Ja. Und es tut mir sehr leid, aber ich kann nicht anders und ich hoffe ihr verzeiht, aber ich hab sonst ein schlechtes Gewissen.
Mea culpa.

4. Wann und über was hast du das letzte Mal laut gejubelt?

Ich glaube, es war beim Schifahren, zeitig am Morgen, als wir die ersten auf der Piste waren. Keine Spur im Schnee, keine anderen Menschen rundum, die Sonne am blauen Himmel, die blauen Berge in Griffweite … und nach den ersten Schwüngen hat das Herz dann Jodeln müssen, sonst wärs vor lauter Glück geplatzt.

5. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wo würde deine nächste Reise hingehen und wie würde sie aussehen?

Canada, Norwegen oder Island. Ich kann mich nicht entscheiden.
Auch nicht, ob ich mit einem Luxuswohnmobil oder mittels Mietwagen, Zug und Übernachtung in gemütlichen Privatquartieren unterwegs sein mag.
Auf jedenfall aber mindestens drei Wochen lang, sonst wirds zu stressig. Auf keinen Fall all-inklusive oder in einen Club. Ich will etwas vom Land sehen und die Menschen kennen lernen. Ideal wäre eine Reiseführung, die ohne Druck und sehr sensibel eine gute Route durchs Land festlegt, so dass ich schöne (Kraft)Plätze sehe, die Landschaft erlebe und ausreichend Zeit zum Erholen dazwischen habe.
Und ein Tag in einem Spa wäre sehr genial.
Und ich will mein Bett und mein Klo mitnehmen, aus Gründen.

Lust mitzumachen? Dann hier vorbeischauen:
Alle Infos über die Aktion „Fünf Fragen am Fünften“ {#fünffragenamfünften #5fa5}