Liebesdrama auf der Pfannkuchen-Welt! #PfannkuchenArt

Während die meisten hier nur einen flachen Pfannkuchen sehen, den es zu füllen, rollen und vertilgen gilt, offenbart sich bei einem tieferen Blick eine geheimnisvolle Welt, auf der sich gerade  gehaltvolle Dramen abspielen.

Da wäre zum einen Sigbert, der Flachgrüne, der sich mit mehr Wunsch denn Tatkraft eine eigene Wolkenwelt schaffen wollte. Doch dabei kam er dem Herrn Tröger in die Quere, der als größter Wolkenherr die Mehrheit der geschmackvollen Braunblasen sein Eigen nennt. Und nebenbei eine ganz bezaubernde Tochter, Friedelunde mit Namen, hat.

Sigbert, der Flachgrüne, von der Präsenz des Herrn Tröger eingeschüchtert, senkte seinen Blick und verlor sich bis über seine grünen Grasfühler im Liebreiz Friedelundes – die ihrerseits völlig hingerissen war von dem, was sie da oben erblickte. Endlich war ein Ausweg aus des Vaters tröger Wolkenwelt in Sicht und dazu noch so ein schmucker Grünling! Das Mädchen musste sich setzen, so sehr wankten ihre Knie bei diesen wonnigen Aussichten. Was bei Sigbert wiederum Herzklopfen und entsprechende Gedankenwolken hervorrief.

Und die fielen Vater Tröger auf. Der darob gar nicht träge in cholerische Rage geriet, sich die immense Riesenbraunblase schnappte, an deren Fertigstellung er gerade arbeitete (sein Lebensmeisterwerk, nebenbei), um sie diesem traumwandlerischen Grünschnabel überzubraten. Als ob er so einem Dahergeschwebten sein innig geliebtes Kind geben würde! (Nun gut, so innig liebte Herr Tröger sein Kind auch nicht. Aber doch fast so, wie er seine, über die Jahre sorgsam gesammelten, Wolkenschätze liebte. Also fast so.)

Noch steht der alte Tröger auf seinem Turm und balanciert die gewaltige, metoritenschwere Blase. Er wartet auf den rechten Moment, um sie auf Sigbert, diesen Schmachtling, zu wummern.

Doch Rettung für die Liebenden ist in Sicht! Ganz unten im Pfannkuchenuniversum stapft die einbeinige Herzschnecke herbei. Sie ist die einzige, die die beiden Herzverbundenen noch retten kann. Denn ihr Wort ist Gesetz in Liebesdingen. Ob sie es wohl schafft rechtzeitig einzuschreiten? Was mit einem Bein vielleicht schwierig ist, aber sie hat ja für solche Dinge ein Haus voller Herzen am Rücken und ein paar dieser Köstlichkeiten liegen noch vor ihr auf dem Weg.

Von all dem unbeeindruckt bereitet Herr Koch, vom Restaurant gegenüber, eben das Abendessen für seine demnächst eintrudelnden Gäste zu. Er hasst seinen Beruf, aber hat sich drein gefunden. Da er bei seiner Geburt mit diesem Namen bedacht wurde, war es absehbar, dass er irgendwann beim Grillen landen würde. Lieber wäre er Notar geworden. Aber so jemanden braucht man auf der Pfannkuchen-Welt nicht. Köche hingegen sind immer sehr begehrt und da seine Mutter außer Kreativität nicht viel am Bankkonto hatte, versorgte sie ihn mit einem guten Namen, ehe sie sich für immer aus dem Universum verabschiedete. Eine traurige Geschichte, fürwahr. Aber das Leben ist eben nicht immer hübsch wonnig und hält sich selten an vorgefasste Pläne oder Wünsche.

Zumindest hat Herr Koch nun einen schönen Ausblick, auf die sich abzeichnende Tragödie, und ich hoffe nur, dass er den Marshmallow rechtzeitig aus dem Feuer holt. Nicht das wieder einer verkohlt. Das hatten wir erst unlängst und nein, das wollen wir nicht wieder.

Herr Koch hat also einen Logenplatz. Anders als Bruder Quietscher, der jugendliche Einsiedler. Seine Hängematte hat er am obersten Ende des Pfannkuchens aufgehängt und dachte hier sicher zu sein, vor den Pilgern, Wallfahrern und vor allem dem Rest der Welt.
Nun aber dräut ihm ein früher Märtyrerstatus. Wenn Herr Tröger mit dem Hinwummern auf Sigbert ernst macht, räumt er auch Bruder Quietschers Hängemattenhalterung aus dem Weg. Was mit Sicherheit ein letaler Kollateralschaden wäre. Doch ob das Herrn Tröger kümmert? Vermutlich nicht. Der Alte gilt als stur und höchst unphlegmatisch. Abgesehn davon mag er keine abhängenden Einsiedler. (Herr Tröger mag eigentlich niemanden, ausser seiner Tochter, die er liebt wie … ach, das hab ich ja schon erzählt)

Im löchrigen Minenfeld der inneren Mitte windet sich der zweiköpfige Zwirnfadenwickler gerade aus dem letzen Loch und sucht sein Gegenüber, das normalerweise sein hinteres Ende ist. Wobei sie da immer wieder streiten, wer denn nun das vordere und wer das hintere ist. Aber nur selten, denn meist leben sie sehr harmonisch zusammen. Was einerseits keine und dann doch wieder ein große Kunst ist. Denn die beiden sind in der Mitte zusammengewachsen, seit Geburt. Ja, das passiert.
Schlimm wird es nur, wenn sie sich zu sehr verwickeln. Denn auch die beiden sind mit ein wenig Sturheit behaftet und da dauert es dann mitunter, bis einer nachgibt und sich retourwindet.
Das hintere (oder vordere?) Ende des zweiköpfigen Zwirnfadenwicklers sucht gerade beim unteren letzten Loch nach seinem vorderen (oder hinteren?) Ende und natürlich schauen sie mal wieder beide in die falsche Richtung. Für das Drama über ihren Köpfen haben sie keine Augen über.

Ähnlich geht es den beiden kleinen Riesen am Rande des Pfannkuchenuniversums. Sieglinde, das schwangere Kartoffeltierchen, hat nur Augen für Horst, den Adlerlosen. Seit ewigen Zeiten schon spielen sie sich hier den Ball zu, immer hin und her, von einem zur anderen. Die Geschehnisse rundum kratzen sie nicht. Sie waren die ersten hier und haben schon viel überlebt.

Aber seit einiger Zeit spürt Sieglinde so ein Sehnen in sich. Das könnten auch Geburtswehen sein,  eher sind es aber die Hormone. Denn ihr Sehnen geht in Richtung Nestbau. Sie möchte (und wird) mit Horst, dem Adlerlosen, einen eigenen Pfannkuchen gründen. Horst kann seiner Liebsten schon seit Äonen nichts abschlagen (außer dem Ball) und wird dem Sinnen und Sehnen seiner Angebeteten zustimmen. Und ich kann euch jetzt schon den Namen verraten, den ihr Pfannkuchen bekommen soll: Palatschinke. Das ist nicht besonders kreativ, aber dafür sehr bodenständig.

So stehen die Dinge gerade, auf der Pfannkuchen-Welt und wir dürfen gespannt sein wie es weitergeht:
Wird die einbeinige Herzschnecke (Rosita mit Namen. Entschuldigt, ich vergaß sie vorzustellen) rechtzeitig eintreffen, um Sigbert, den Flachgrünen, retten zu können? Wird er daraufhin mit Friedelunde fliehen oder Vater Tröger die Stirn bieten?
Oder wummert der alte Tröger seinen noch-nicht-mal-Schwiegersohn eins mit der Riesenbraunblase über die Birne und erledigt kollateral zugleich den jugendliche Einsiedler Bruder Quietscher?
Doch wichtiger noch: Wird Herr Koch den schon sehr braunen Mashmallow wieder anbrennen lassen?
Und wann werden sich Sieglinde, das schwangere Kartoffeltierchen und Horst, der Adlerlose von der Pfannkuchenwelt, wie wir sie kennen, abspalten?

Das sich die Enden des zweiköpfigen Zwirnfadenwicklers wieder finden, ist außer Zweifel. Das haben sie bis jetzt jedesmal geschafft.

Es könnte aber auch sein, dass sich nichts von alledem ereignet. Weil sich vorher irgendwer findet, der den Pfannkuchen füllt, rollt und isst. Oder faltet und isst. Oder einfach so isst. Was immer wieder passiert und was, mit Verlaub, auch der Grund ist, warum es niemals zu einer Fortsetzung dieser Geschichten kommt.
Weil immer irgendwer die Grundlage wegfuttert.

Bildgrundlage zur Verfügung gestellt von Schreibnudel Gitte Härter – Himbeerwerft. Weiter kreative Exposés finden sich im Originalbeitrag #PfannkuchenArt und via Twitter mit dem Hashtag #PfannkuchenArt

 

Liebe Gitte,
Innigen Dank für die Inspiration und das zur Verfügung stellen des Pfannkuchens! Mein Blick ging diesmal mehr ins dramatische Detail und vielleicht kannst du allfällig interessierten Leser*innen ja mitteilen, wie es mit dem Pfannkuchen weiterging?

Michaela Schara

Hallo! Ich bin Michaela Schara, Bloggerin & Web-Nomadin, Natur & Kraftplatz Begeisterte, Mutter & Mensch. Ich schreibe über vieles, zeichne skurille Cartoons, fotografiere was mir spannend erscheint, lebe mit Morbus Crohn und versuche mein Leben mit Sinn und Freud´ zu füllen. Manchmal gelingt mir das sogar ;-)

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