Verlustieren – Kramladen – Angst

Und dann war da noch die immer vorherrschende Angst, beim Verlustieren im Kramladen was zu finden, von dem ich gar nicht wusste, dass ich es sofort haben muss und natürlich auch u.n.b.e.d.i.n.g.t. brauche.

Was dann dazu führt, dass ich selbst einen Kramladen üppig befüllen könnte und so anderen Angst beim Verlustieren machen könnte. Sofern die überhaupt wissen, was das ist – Verlustieren.
Da steckt die LUST drin und darum gehts: Das etwas, was man tut, Lust-Spaß-Freude-Genuss bereitet, man aber nicht a priori lustig oder freudig ist, sondern zum Beispiel ohne Sinn suchen zu wollen, herumflaniert und dabei dieses gewisse Schmetterlingsgefühl im Bauchnabel spürt.
Wie das eben passieren kann, beim Rumstromern in einem vollgestopften Zeugs-Geschäft, wo vielleicht lauter Sachen zu finden sind, die nicht immer einen Sinn, aber dafür umso mehr Lustigkeit und Freude intus haben.

Angst hat so viele Facetten, von denen die meisten nicht schön sind. Aber die, wo man aus Lustigkeit und Freude heraus Angst hat, dass man zuviel des Guten abbekommt und was entdeckt, das einen Wonnigkeit bereitet, also diese Angst, dass man das eigentlich gar nicht verdient hat und trotzdem bekommt – das ist eine schöne Angst, vor der man sich nicht fürchten muss.

Wie vor der Angst, beim Verlustieren in einem Kramladen über was zu stolpern, dass das Dasein bereichert und Glücksgefühle auslöst.

Diese Etüde entstand auf Basis dieser Einladung: Schreibeinladung für die Textwoche 22.17 | Wortspende von gerdakazakou.
Eine Etüde ist ein Übungs-, Vortrags-, Konzertstück, das spezielle Schwierigkeiten enthält. In dem Fall ging es darum, mit 10 Sätzen eine Kurzgeschichte zu schreiben, die die drei vorgegebenen Wörter enthält. Hier gehts zu einer anderen Etüde, mit auch sehr netten Wörtern.

 

Ich hab dann übrigens doch nix gekauft, da, wo man so viel finden kann, von dem, was man nicht braucht, aber immer haben wollte. Das Rumkramen war Verlustierung genug 🙂

P.S. Das Bildmotiv hat mich im Fasching, in Bad Aussee gefunden. Der kleine Ritter und sein großer Kollege haben wohl auch in einem Kramladen herumverlustiert und was gefunden 😉

Michaela Schara

Hallo! Ich bin Michaela Schara, Bloggerin & Web-Nomadin, Natur & Kraftplatz Begeisterte, Mutter & Mensch. Ich schreibe über vieles, zeichne skurille Cartoons, fotografiere was mir spannend erscheint, lebe mit Morbus Crohn und versuche mein Leben mit Sinn und Freud´ zu füllen. Manchmal gelingt mir das sogar ;-)

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wie zauberhaft, das Bild! Wie sehr der große Ritter auf den kleinen Kollegen achtet! 🙂 Und wie wahr, deine Worte über Kramläden – wer kennt das nicht?
    Schön, dass du wieder dabei bist!
    Liebe Grüße
    Christiane

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    • Vielen Dank! Ja, das Bild hat was und ich fand es einerseits süß, aber auch sehr aussagekräftig und stark – berührend. Auch das ist Verlustieren: Auf den anderen liebevoll acht geben 🙂
      Und ich freu mich schon auf die nächsten Wortideen!
      Alles Liebe, MiA

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  2. Pingback: Kellerdurchbruch - hermetisch - brandschatzen

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