Waltrauds wunderbarer Marillenkuchen

Wonach schmeckt der Sommer?

 … Karfiol mit Butterbrösel – Marthas g´füllte Paprika, mit Paradeissoße und heurigen Erdäpfeln – selbstgemachtes Erdbeereis – Zucchinikuchen mit Zimt oder Zucchinischeiben mit Parmesan … und natürlich Marillen in jedweder Form: Marmelade, Knödel, Kuchen …

Der Sommer duftet bei uns nach Rosen, Heu, Föhrenharz und diesem unbeschreiblichen Geruch, den die Hitze am Land hervorruft. Dann und wann kracht es, ein Gewitter geht nieder, wandelt sich in Sommerregen und der Duft, der danach über allem liegt ist – unbeschreiblich.

Das sind Genusstage und das Essen muss nun leicht sein – leicht zubereitet, leicht gegessen und leicht verdaut.

In früheren Zeiten sorgten Tanten und Omas für Gemüsessuppen, Marillenknödel, Reiberdatschi und andere Sommerköstlichkeiten.
In aktuellen Zeiten greift Frau notgedrungen selbst zum Kochlöffel – und hält inne: Wie ging das nochmal mit den grünen Paprika, deren Fülle so köstlich und deren Hülle so ungeliebt war? Und was ist das Geheimnis beim saftigen Marillenkuchen? Wo steht das, wenn selbst Tante Google ratlos ist?

Da hilft dann nur: Recherche und Ausprobieren.
Bei den „g´füdn Papriga“ hat mir die beste Schwiegermutter der Welt geholfen. Die Besonderheit der Paradeissoß´ und den besten Marillenkuchen der Welt verdanke ich meiner Lieblingsnachbarsfreundin Waltraud. Manches haben mir Freundinnen verraten, ein bisschen was meine Mutter und den Rest hab ich via learning – doing – tasting herausgefunden und an den Familiengeschmack adaptiert.

Damit auch andere den Sommer „wie damals“ genießen können (und ich im nächsten Jahr weiß, wie was geht), hier ein paar meiner Sommerrezepte.

Den Beginn macht:

Waltrauds wunderbarer Marillenkuchen

Komm zum Zaun, ich hab was für dich!“ – und weil ich weiß, dass das, was sie da hat, immer was sehr Besonderes ist, renne ich los, so schnell ich kann. Dann und wann erwartet mich dann ein köstlicher Kuchen oder ein ander lukulllischer Leckerbissen und eine immer lächelnde Waltraud am Zaun. Dazu ein Schwatz, viel Lachen, tiefgründige Philosophie, vermischt mit schelmischer Weisheit – und die Welt ist eine bessere geworden, zumindest für kurze Zeit. Alles ist gut.

Die beste Nachbarin der Welt hat mir nun das gar nicht so geheime Geheimrezept ihres unbeschreiblich fluffigen und zugleich ungemein saftigen Marillenkuchens verraten.

(Der Ribiselkuchen ist ja gleichfalls „Bombe“, wie die Kinder früher zu sagen pflegten, ehe sie lernten das Wort „Oida“ in 70 verschiedenen Tonarten auszusprechen. Aber da meine Ribisel* heuer ungewollt Vogelfutter wurden, die Marillen* in Irenes Garten dafür sooo köstlich reif und saftig sind, gibt es nun das Marillenkuchenrezept. Nächstes Jahr ist der Fruchtgenuss vielleicht anders verteilt, dann wird vielleicht der Ribiselkuchen bekannt gemacht)

Zutaten

5 Eier
Im Idealfall nur von den glücklichsten Hühnern der Welt, die in meines Vaters Garten mit handverlesenen Köstlichkeiten versorgt werden. Alternativ tuns aber auch solche von den Mistkratzer-Hendln vom Bauernhof ums Eck, die sind auch sehr happy und nicht viel weniger glücklich.

20 dag Zucker
Ich nehme Kristallzucker. Mag sein, dass man das auch durch Rohrorzucker und andere Xundheiten ersetzen kann. Ich hab nicht den Anspruch, dass der Kuchen hypergesund sein soll – er muss schmecken.

20 dag Mehl
Bei uns nur Dinkelmehl, am besten helles, weil mit Vollkorn wirds nicht so fluffffig.

1/8 Öl
Ich habe Maiskeimöl oder Sonnenblumenöl genommen (und überlegt, ob man ein bisserl später im Jahr nicht Kürbiskernöl und Zwetschgen nehmen könnte …)

1 Packerl Vanillezucker
Aus dem Bioladen, mit echter Vanille

1/2 Packerl Backpulver
Was man gerne nimmt und zuhause hat.

Und natürlich Marillen!
Je Blech 8-11 Stück, gewaschen und entkernt – so dass man lauter halbe Marillen hat. Ich hab mir einen ganzen Schwung eingefroren und nehm die gleich im gefrorenen Zustand, in der Menge, die ich aktuell brauche.

Waltrauds Pro-Tipp:
Je nachdem wie fest der Teig ist, kann man auch noch etwas Wasser dazu tun. Aber meist sind die Marillen so saftig, dass das nicht nötig ist.

So gehts

  • Eier in Dotter und Eiklar trennen
  • Eiklar zu Schnee schlagen
  • Dotter mit Zucker schaumig rühren
  • Dann LANGSAM das Öl eintröpfeln und dabei weiter schlagen
  • (Gesiebtes!) Mehl mit Backpulver vermischen
  • Mehl und Eischnee unterheben
  • Masse auf einem, mit Backpapier ausgelegten, Blech verteilen, die Marillenhälften in Reih und Glied auflegen.
  • Bei ca. 160-180° Umluft 25-30 Minuten backen.
  • 5 Minuten vor Ende der Backzeit mal einen prüfenden Blick drauf werfen und dann entscheiden, obs länger dauern soll oder schon reicht – jeder Herd ist da anders.

Rausnehmen, auskühlen lassen – genießen!

Manche wollen noch extra Staubzucker drüber. Ich verzichte darauf, denn gerade die säuerliche Süße der Marillen ist ja das, was dieses Köstlichkeit so besonders macht.

Ich finde ihn ja noch besser, wenn er eine Nacht rasten durfte – dann ist er besonders saftig, flaumig, schmatzig … aber dazu muss man die Selbstbeherrschung aufbringen, ihn nicht anzuschneiden und aufzufuttern. Tja, man kann eben nicht alles haben 😉

Gutes Gelingen und wohl bekomms!

*Ribisel sind rote Johannisbeeren, Marillen kennt man in anderen Ländern hingegen als Aprikosen. Aber hier bei uns schmecken sie nach Marillen und die Ribisel kichern, wenn man sie beim Ernten als Ribisel anspricht, was den Geschmack gleichfalls optimiert.

Michaela Schara

Hallo! Ich bin Michaela Schara, Bloggerin & Web-Nomadin, Natur & Kraftplatz Begeisterte, Mutter & Mensch. Ich schreibe über vieles, zeichne skurille Cartoons, fotografiere was mir spannend erscheint, lebe mit Morbus Crohn und versuche mein Leben mit Sinn und Freud´ zu füllen. Manchmal gelingt mir das sogar ;-)

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